Ein Schauspieler gibt sein Regiedebüt – und schafft mit der Verfilmung eines Debütromans ein bewegendes Roadmovie: „Alles ist erleuchtet“.
Er ist ein leidenschaftlicher Sammler. Ketten, Spielzeuge, falscheGebisse stellt er in seinem persönlichen „Museum“ aus: Die Wände seinesZuhauses sind gepflastert mit fragmentarischen Erinnerungen an seineVerwandten. Jonathan (Elijah Wood) lebt die Vergangenheit seinerFamilie. Auf diese Art reist er sogar: Der junge Amerikaner nimmt dieSpur zu einer Frau in der Ukraine auf, die während des ZweitenWeltkriegs seinem jüdischen Großvater das Leben gerettet hat. Es istnicht nur eine Reise in die Vergangenheit, sondern auch zuüberraschenden Offenbarungen. Liev Schreiber gibt mit diesemungewöhnlichen Roadmovie sein Regiedebüt. Dass es voller Herzblutsteckt, scheint durch. Um Liebe geht es, um Freundschaft undunsichtbare Verbindungen zwischen scheinbar gegensätzlichen Personen.Die Geschichte basiert auf Jonathan Safran Foers Kurzgeschichte„A Very Rigid Search“ und seinem Romandebüt „Alles ist erleuchtet“. DieAdaption, für die sich aufgrund angeblicher Unverfilmbarkeit lange keinProduzent finden ließ, ist ein bewegendes Porträt mit eindrucksvollerBildsprache geworden, das die Figuren in den Mittelpunkt stellt underfüllt ist von natürlichem Humor. Dass er Elijah Wood für seine LowBudget-Produktion gewinnen konnte, überraschte Schreiber sehr. DochWood, der von seinem „Herr der Ringe“-Image „ablenken“ wollte, hatteausschlaggebende Gründe: er bezeichnet das Drehbuch als „einzigartigund visionär“, „fantasievoll und von lyrischer Schönheit“. Es isterleuchtet, sozusagen.
ALLES IST ERLEUCHTET – EVERYTHING IS ILLUMINATED
USA 2005. Regie: Liev Schreiber.
Nach dem Roman von Jonathan Safran Foer
Mit Elijah Wood, Eugene Hutz, Boris Leskin.
106 Min. Verleih: Warner Independent Pictures.