_quotes - Being Nicole Albiez

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Oscar Wilde als Staubfänger

2005-12-14 11:27:00 -

Irrungen und Wirrungen drohen Meg Windermeres Ehe zu zerstören. Die Fehlbesetzung tut das Ihre dazu.

 

Es ist die Feier zu ihrem 21. Geburtstag, und die Ereignisseüberschlagen sich, die Gerüchteküche brodelt: Meg Windermere(eigentlich immer auf die Etiquette bedacht) möchte ihren Mannverlassen und in Lord Darlingtons Arme fliehen (seinerseits als Playboyverschrien) – und das in einem nicht ganz sittsamen Kleid. Schulddaran: Mrs. Erlynne (Helen Hunt), die sich gern von reichen Männernaushalten lässt, so auch von Megs Gatten. In diesem Sommer in Amalfihat die Femme Fatale einiges durcheinander gebracht. Und muss durcheine Lüge wieder Ordnung in die amerikanische High Society bringen. –Es ist eine malerische italienische Küste der Dreißigerjahren, auf derbunte Sommerkleider und hübsche Kopfbedeckungen spazieren getragenwerden. 93 Minuten lang versucht Mike Barker mit seiner leichtmodernisierten Adaption von Oscar Wildes Stück „Lady WindermeresFächer“ zu unterhalten, streckenweise vermögen die Irrungen durch ihreVorhersehbarkeit jedoch höchstens zu langweilen. Selbst die erlesenenSpitzfindigkeiten über Geschlechterrollen und Moral erschöpfen sich.Die Ausstattung mag perfekt sein, und auch Helen Hunt bewegt sichcharmant durchs entworfene Ambiente; was die weich gezeichneteGesellschaftssatire jedoch nicht interessiert: eine passende MegWindermere zu finden. Die naive  Ehefrau, in deren Haut ScarlettJohansson schlüpfen soll, will ihr nicht passen. – Der verwegeneFrauentyp in Woody Allens neuem Film „Match Point“ hingegen schon. Dochdas ist eine andere Geschichte …


A GOOD WOMAN – EIN SOMMER IN AMALFI
E/I/USA 2004. Regie: Mike Barker
Mit Helen Hunt, Scarlett Johansson, Tom Wilkinson.
93 Min. Verleih: Constantin Film.